Passionskonzert

Paarbildungen von Mensch und Tod in unterschiedlichsten Szenen des Lebens sind seit dem 14. Jahrhundert gängiges und doch immer wieder neu entdecktes Thema in allen möglichen künstlerischen Ausdrucksformen. Der Totentanz im allgemeinen ist auch Abbild des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Thema "Tod und Leben", der seine künstlerische Überhöhung sucht.
Hugo Distler erhielt Inspirationen sowohl bildlicher als auch musikalischer Art aus Leonard Lechners „Sprüche vom Leben und Tod“, der Motette „Selig sind die Toten“ von Heinrich Schütz und den "Lübecker Totentanz" Darstellungen der Marienkirche zu Lübeck.
26-jährig machte er sich daran, seine eigene Klangsprache in einen musikalisch-textlichen Dialog zu bringen. Dafür wählte er Texte des barocken Lyrikers Angelus Silesius und seines Zeitgenossen Johannes Klöcking. Nach der Uraufführung im Jahre 1934 fügte Distler kurze Variationen über das Lied „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“ für Flöte solo hinzu. 
Die inneren Zusammenhänge zwischen Gesungenem, Gesprochenem und Gespieltem sind von eindrücklicher Tiefe und stellen das unverwechselbare Zeitzeugnis des Totentanzes in einen aktuellen Zusammenhang.

17:00 ‐ 18:30 Uhr
Evang. Kirche Kleinsteinbach Motettenchor Pforzheim